Meine Erfahrungen...

      Meine Erfahrungen...

      Ich hab das mal im Rahmen eines Leserbriefs an die C't zum Thema WaKü zusammengeschrieben und jetzt leicht angepasst für das Forum:

      Ich habe Wasserkühlungen seit ca. 2000 im Einsatz und auch im Freundes- und Bekanntenkreis so manchen mit einer Wasserkühlung versorgt. Daraus haben sich so einige Lehren ergeben:

      1. Man sollte tunlichst kein Alu und Kupfer im gleichen Kreislauf haben. Ich hatte bei meiner ersten WaKü einen Ausgleichsbehälter bestehend aus einem Plexiglas-Rohr mit Verschlüssen aus eloxiertem Aluminium. Nach etwa einem Jahr hatte sich der erste Gewindering komplett aufgelöst und der entstandene Korund die Pumpe ruiniert. Ich hatte dabei allerdings keine speziellen WaKü-Zusätze im Einsatz, das hätte das Problem vermutlich zumindest etwas gemildert. So oder so: niemals Alu und Kupfer zusammen; man kommt mit etwas suchen wirklich immer um das Alu rum, Ausgleichsbehälter gibt es z.B. auch mit Verschlüssen aus Plastik.
      Und die ganzen Kühler von Watercool sind ja einheitlich Kupfer und/oder Kunststoff.

      2. Systeme wie Legris und Festo sind für Wasserkühlungen nur beschränkt tauglich, selbst mit den härteren Schläuchen. Es gibt hier 3 Probleme:
      A) Es braucht etwas Erfahrung, um die Schläuche fest genug in die Anschlüsse zu stecken, dass sie auch wirklich dicht sind. Wenn man das nicht geschafft hat, kann die Stelle beim ersten Test dicht sein, aber bei der ersten Belastung bzw. nach dem Einbau sofort tropfen - im schlechtesten Fall so wenig, dass man es erst viel später durch den Ausfall von Komponenten merkt. Besonders schwer ist es sicherzustellen, wenn man einen relativ knappen Schlauch zwischen zwei Komponenten, z.B. zwei CPUs hat - das schafft man selbst mit Erfahrung oft nicht auf Anhieb.
      Interessanterweise hat das System was ich zum Wasser im Garten verlegen verwende die gleiche Mechanik, nur halt eben mit 2 cm Außendurchmesser des Schlauchs - da ist die Erfahrung von der WaKü her wieder gut :D
      B) Sobald man eine Verbindung nach längerem Einsatz mal gelöst hat, muss man fast zwingend den Schlauch durch einen neuen ersetzen oder zumindest etwas abschneiden, da die Stelle wo die Systems reingreifen dann schon so eingedellt ist, dass der Schlauch nicht mehr gut genug gehalten bzw. undicht wird.
      C) Wenn man ein System nach langem Einsatz mehrere Tage trocknen gelassen hat, sind *alle* derartigen Verbindungen undicht, da sich der Schlauch dabei etwas zusammenzieht. Haben wir unfreiwillig mal bei 'nem Kumpel getestet, der meine alte Wasserkühlung komplett inkl. Rechner übernommen hat, nachdem ich den paar Tage trocken stehen hab lassen.

      Ich persönlich bin deswegen inzwischen komplett auf Verschraubung umgestiegen und bisher nicht enttäuscht worden. Vom Aufwand beim Verrohren her ist das m.E. auch nicht wirklich mehr als bei den anderen Systemen. Ich habe dabei übrigens auch harte Schläuche verwendet, einfach weil ich die schon hatte - hat wunderbar funktioniert.

      3. Zum Aufbau der Wasserkühlung: A) Einen Probebetrieb außerhalb des Rechners taugt m.E. nur zum Kennenlernen der WaKü. Sobald die WaKü im Gehäuse eingebaut wird, kommen noch einige Biegungen und damit auch Spannung auf die Schläuche dazu, außerdem muss man die meisten Verbindungen neu zusammenstecken, was jedes Mal wieder das Risiko eines Lecks bedeutet (zumindest bei den Plug-In Systemen). Ich baue die Komponenten immer ohne weiteren Test komplett in das Gehäuse ein und lege auf alle gefährdeten Stellen Handtücher für den Probelauf. Dabei ist natürlich der PC vom Strom getrennt, nur die Pumpe wird versorgt. Zusätzlich prüfe ich die Anschlüsse dann nochmal mit Küchen- oder Klopapier, da man damit selbst kleinste Leckstellen zuverlässig erkennt. Dafür muss die aber natürlich vorher erstmal mit dem gleichen Papier getrocknet werden. Bei Umbauten an der WaKü kommen ebenfalls immer viele kleine Handtücher zum Einsatz.
      B) Ich bin übrigens strikt dagegen, an Gehäusen herumzuschneiden nur um eine WaKü einzubauen. Es gibt inzwischen wirklich preiswerte Gehäuse mit bereits vorgesehenen Durchlässen bzw. Lüfteröffnungen, und selbst wenn man das Gehäuse nicht wechseln will, kann man die Schläuche über ein entsprechendes Slotblech herausführen.
      C) Eine Wasserkühlung ist immer etwas, wo man recht viel Geld investiert. Für ein Komplettsystem mit Grafikkartenkühler, CPU-Kühler, Radiator mit 3x 120mm Lüfter, Pumpe und Ausgleichsbehälter kann man bei hochwertigen Komponenten ohne weiteres mit ca. 300 Euro kalkulieren. Ich habe auch schon deutlich billigere modulare Wasserkühlungen ausprobiert, musste aber feststellen dass die Qualität und Leistung nicht akzeptabel ist. Da man bei guten Herstellern wie eben Watercool den CPU-Kühler durch einfachen und günstigen Austausch der Halterung auch für zukünftige CPUs verwenden kann, bleibt einem ein hochwertiges System viele Jahre treu, so dass es sich auf lange Sicht vielleicht eher rechnet. Das einzige was leider immer ersetzt werden muss, ist der Grafikkartenkühler - welches aber gleichzeitig auch das ist, wo der Wechsel auf Wasserkühlung mit Abstand am meisten zum leisen, kühlen und gleichzeitig hochperformanten System beiträgt.
      D) Es macht das Leben sehr deutlich leichter, wenn man einen recht großen Ausgleichsbehälter (AB) verwendet, der idealerweise hinten am Gehäuse angebracht ist. Da die Durchführungen für die Schläuche meistens im oberen Bereich hinten angesiedelt sind, kann man zum Befüllen und Entlüften den AB ausklinken und hochhalten, bis das System alle Blasen draussen hat. Im laufenden Betrieb hat man dann 250 - 400 ml Wasser im Ausgleichsbehälter, so dass man da nur alle heiligen Zeiten mal nachschütten muss. Zusätzlich sieht man dort auch recht schnell den Wasserstand und die -qualität, da sich Brösel etc. untem im AB ablagern.
      E) Ich bin kein Freund von speziellen Kühlflüssigkeiten oder -zusätzen, es passiert beim Umbauen oft genug, dass sich die Soße im Rechner verteilt und meistens sind diese Zusätze alles andere als elektronikfreundlich. Ich verwende für das Einlaufen der WaKü nur reines destilliertes Wasser, später kommt noch eine Messerspitze Zitronensäure aus der Apotheke in den AB damit sich kein Biofilm bildet.
      F) Es ist zusätzlich sehr wichtig, dass man eine in den Rechner montierte Pumpe entkoppelt, da diese direkt auf dem Blech gut hörbar werden kann. Festplattenproblemen durch nahe angebrachte Pumpen habe ich noch nie erlebt, kann aber natürlich auch an der jeweils verwendete Pumpe liegen.

      4. Lüfterlautstärke bei Wasserkühlungen:
      Wenn man zu etwas Bohren bereit ist, kann man mit vernünftigen Pumpen (z.B. Laing mit Förderhöhe 3,7m) das Wasser quer durchs Haus legen. In meiner alten Wohnung war der Radiator mit 2x 25m Schlauch im hintersten Kellereck untergebracht, wo der Lüfter definitiv keinen gestört hat. Die Frage dabei ist natürlich, ob da die 50m Schlauch nicht auch schon zum Kühlen gereicht hätten...
      Es gibt auch Leute, die den Schlauch einfach gleich unter einem Kellerregal lose auf den Boden in mehreren Schlaufen gelegt haben, das langt dann dicke. Hier wird aber das Kondenswasser wieder ein Risiko...
      1. :thumbsup:
      2. a-c: hatte Legris in nem shuttle Barebone...cpu/graka...2005 tropfte da nix 8|
      3a. :thumbsup:
      3b: :thumbdown: , es sei denn man hat die Zeit UND das Geld sich um adequate Produkte zu kümmern.
      Vorhandenes MUß leiden, sonst paßt es nicht :S, oder man baut sich ein Case selber :thumbup:
      3c: no Comment
      3d: Reden wir von "plug an go" oder ordentlichem Entlüften (PC in alle mögl Ecken kippen, das die Pumpe schnurrt) vor dem ersten BOOT?
      3e: Bleibt Jedem selbst überlassen.....ein gewisser Service sollte jedem als Grundvoraussetzung gegeben sein.
      3f: :thumbsup:

      4 Punkt NULL:
      da kommt dann wieder 3e ins Spiel...mit dest. Wasser und Zitro allein , wärste bei meinem angehängten bild aus dem Jahre 2000 im Winter
      ganz schön auf dem Holzweg, oder aber CPU Tod gewesen :D
      Einschalten -10°C, Desktop idle ~0°C, unter Last 6-7...bei dem Heissen PIII450@irgendwo :pinch:
      Problem war dann eher das Kondensat auf der Aussenwand der Schläuche im Innenraum :rolleyes:
      Dateien
      • Radi Outside.JPG

        (91,16 kB, 461 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      greetz

      Vertical
      Hey, endlich schreibt mehr mal was dazu :)

      zu 2.:
      Das mit a) passiert einem vermutlich nur einmal, aber für Anfänger ist das halt kritisch.
      Zu b) kommt es auch nur, wenn man alle Jahre mal wieder was an der WaKü ändert.
      c) ist halt ganz gemein... gut, wie oft haste die WaKü schon mehrere Tage komplett trocken...
      Der Punkt ist halt, daß sowas bei Verschraubung ganz sicher nicht passiert, und Aufwand & Preis sind mit der auch kaum höher.

      3d)
      Ich fertige meine WaKüs immer so, daß die Pumpe am tiefsten Punkt des Gehäuses ist und direkt hinter dem AB hängt.
      Damit kann man dann durch Hochhalten des ABs und einen offenen Verbinder an fast beliebiger (aber hoher) Stelle recht leicht einen guten Teil der WaKü über den AB schon vorbefüllen. Man muss dafür dann aber nicht das Gehäuse schwenken, das wäre bei den riesigen Lian Li Gehäusen die ich immer verwende auch recht umständlich. Geht also eher richtung Plug'n'Go.

      4. Ja, das Kondensat ist gefährlich. Deswegen bin ich auch kein Freund von Radiatoren draussen.
      Keller hat auch noch den Vorteil, daß er im Sommer tendenziell kühler bleibt, aber nicht so kühl, daß es kondensiert.